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Interview mit Francesco Di Giusto und Oliver MatthesInterview mit Francesco Di Giusto und Oliver Matthes, den beiden Reifenketten-Bereichsleitern der heimischen RUD Gruppe in Aalen
Redaktion: Herr Matthes, Sie sind der Bereichsleiter für die Gleitschutzkettenprodukte von RUD. Bitte erläutern Sie unseren Leserinnen und Lesern, auf welche Anwendungsgebiete Sie und Ihr Team den strategischen Fokus setzen.
Matthes: Als Anbieter mit dem breitesten Gleitschutzkettenangebot auf dem Markt sind wir grundsätzlich in der Lage, dem Anwender für jedes Fahrzeug und für jeden Einsatzbereich das passende Produkt zur Verfügung zu stellen. Traditionell hat die PKW Schneekette für RUD schon immer große Bedeutung gehabt und maßgeblich zum hohen Bekanntheitsgrad und zum positiven Image unserer Marke, was auch bereichsübergreifend gilt, beigetragen. Daneben haben wir uns auch für das Segment der professionellen Redaktion: Herr Di Giusto, ist da der Anwendungsübergang von Gleitzschutzkettten hin zu den Reifenschutzketten nicht irgendwo fließend? Gibt es da nicht sogar irgendwelche nutzbaren oder bereits genutzten Synergie-Effekte bei der Vertriebsarbeit Ihres Teams und einer engen Zusammenarbeit mit dem Ihres Kollegen Herrn Matthes? Di Giusto: Die traditionellen Gleitschutzketten werden selten in Steinbrüchen oder Minen benutzt, da die Arbeitsbedingungen und die Gesamtgewichte der Radlader für sie zu schwer sind. Kein Kunde wird die Reifenschutzketten demontieren um während der Wintermonate Gleitschutzketten zu fahren, es gibt aber viele von unseren Vertretungen wie z.B. DADO in Italien oder TE.M.IN.A. in Griechenland, die beide Produkte verkaufen. Im Bereich Reifenschutz haben wir Produkte, die die Lieferpalette von RUD ergänzen. Nicht selten bekommen wir von RUD Anfragen oder Aufträge über Traktionsketten für „schweren“ Einsatz und im Gegenzug leiten wir Anfragen und Aufträge für „normale“ Gleitschutzketten an RUD weiter. Redaktion: Überall ist von „Globaler Erwärmung“, schneeärmeren Wintern und einfach einem generellen Durcheinander in der früher wesentlich zuverlässigeren und geregelten Jahreszeitenabfolge zu lesen und ja auch zu spüren. Das ist für Sie und Ihr Team doch ganz gewiss eine besondere Herausforderung. Wie begegnen Sie dieser und wie realisieren Sie dennoch ein ertragsorientiertes, nachhaltiges Wachstum Ihres Bereiches als oberste Maxime? Matthes: Kalte Winter mit möglichst viel Schnee sind naturgemäß der beste Nährboden für ein gesundes Wachstum auf dem Markt der Gleitschutzketten. Insofern haben die letzten beiden Winter in unseren europäischen Hauptabsatzmärkten sehr unterschiedliche Vorzeichen für unser Geschäft gesetzt. Dem Schneerekord 2005/06 folgte der Wärmerekord 2006/07, und während im einen Jahr fest mit der nächsten Eiszeit gerechnet wurde, wurde ein Jahr später der Dauersommer erwartet. Nun, so richtig wonnig war der kalendarische Sommer ja dann im Jahr 2007 nicht, und auch dieser Winter war hierzulande noch wenig schneereich. Letztlich sicher ist aber nur, dass eine exakte Prognose des Wetters eben zu keiner Jahreszeit mehr sicher ist und dass wir uns auf zunehmend mehr Wetterextreme einstellen müssen. Diese könnten dann im Winter durchaus auch zu blizzardartigen Schneestürmen führen, die wir in dieser Form in Mitteleuropa noch gar nicht kennen. Da wir uns auf dieses „Prinzip Hoffnung“ jedoch natürlich nicht verlassen können, besteht für uns als Gleitschutzbereich die große Herausforderung darin, unsere Planungs- und Dispositionsinstrumente noch weiter zu verbessern. Darüber hinaus streben wir den kontinuierlichen Ausbau unseres Auslandsgeschäfts an, um das Schneerisiko auf möglichst viele Märkte zu streuen. Redaktion: Herr Di Giusto, es wird von Ihnen gesagt, Sie seien in der Welt zuhause. Von Ihnen, Ihrem Team und der Produktsparte Reifenschutzketten sagt man zurecht, absoluter Weltmarktführer zu sein. Wie sichern Sie diese weltweite Führungsposition gegenüber unseren Wettbewerbern auch zukünftig ab? Di Giusto: Ein starkes und effizientes Team im Innendienst erlaubt es uns, ständig beim Kunden vor Ort zu sein. Unsere Ketten arbeiten überall auf der Welt, auch in Ländern wohin man sich eine Reise kaum vorstellen kann, wie z.B. Mali, Mauretanien, Ghana, Nigeria, Tansania, Papua Neu Guinea, in der chilenischen Wüste oder nördlich vom Polarkreis usw. In all diesen Ländern haben unsere Vertriebsleute die Kunden direkt besucht oder sogar die Ketten montiert. Das ist unser Vorteil gegenüber unserem Wettbewerb, unsere Ketten sind teuer, werden aber mit Hilfe eines starken Händedrucks mit dem Einkäufer an den Kunden verkauft. Redaktion: Herr Matthes, auch in dieser laufenden, aktuellen Saison offerieren Sie den RUD Gleitschutzkettenkunden ein ganzes Sammelsurium an neuen technischen Verbesserungen und Innovationen. Worauf kommt es dem Anwender besonders an, wenn Begriffe wie „höchste Qualität“, „German Engineering“, „Zuverlässigkeit“ oder „großer Kundenservice“ fallen, d. h. auf welche Art und Weise definieren und erfüllen Sie und Ihr Team diese wichtigen Erfolgsfaktoren? Matthes: Da wir mit unserer Marke im Premium Segment positioniert sind, erwartet der Käufer unserer Ketten zurecht ausgezeichnete Produkt- und Serviceleistungen von uns. Diesen hohen Ansprüchen können wir nur dann gerecht werden, wenn wir diese Ansprüche tagtäglich auch an uns selbst und unsere Arbeit stellen. „Höchste Qualität“ bedeutet, dass sich der Anwender in jeder Situation auf unsere Ketten verlassen können muss und dass er einen spürbaren Mehrwert für sein Geld erhält, wenn er sich für Gleitschutzketten aus dem Hause RUD entscheidet. Unser neues Label „Engineered in Germany“ soll stellvertretend für die hohe Schule der deutschen Ingenieurskunst stehen, die in aller Welt eine gute Reputation genießt, und dem Anwender signalisieren, dass die kontinuierliche Neu- und Weiterentwicklung von Produkten bei uns eine große Rolle spielt. „Zuverlässigkeit“ würde ich, wie bereits gesagt, im Zusammenhang mit unserem hohen Qualitätsniveau sehen. „Großer Kundenservice“ wird bei uns von allen Mitarbeitern gelebt, denn wir machen uns immer wieder gegenseitig klar, dass unsere Arbeit nur dann einen Sinn hat, wenn unsere Kunden zufrieden mit ihr sind. Redaktion: Herr Di Giusto, die RUD Gruppe mit ihren beiden stärksten Hausmarken RUD und Erlau ist ein modernes Familienunternehmen und im Mission Statement der RUD Gruppe betonen Sie die Wertschätzung der internationalen Betriebsfamilie. Wie gelingt es Ihnen als Manager der Gruppe, diese Philosophie in Ihrem alltäglichen Führungsverhalten zu berücksichtigen und zu realisieren? Di Giusto: Wir versuchen immer langfristige Beziehungen mit unseren Kunden weltweit aufzubauen, viele unserer Vertretungen sind seit 20 oder sogar 30 Jahren unsere Partner. Wir sind ein Familienunternehmen, unsere Teams versuchen ihr Bestes, damit sich alle Vertreter und Kunden als ein Teil dieser großen Familie fühlen. Redaktion: Herr Matthes, im RUD Mission Statement ist auch von einer gemeinsamen Verantwortung von allen Mitarbeitern die Rede. Was ist Ihre praktizierte, ganz individuelle Führungsstrategie, um tagtäglich sicher zu stellen, dass insbesondere der Fokus auf Kunden und dem Bewusstsein im Dienste der Bedürfnisse von Kunden zu stehen, auch bei allen Ihren Teammitgliedern fest verankert ist und in gemeinsamem Verantwortungsbewusstsein wirklich gelebt wird? Matthes: Als wichtigste Grundsätze für meine eigene Führungsarbeit habe ich „Vertrauen“ und „Eigenverantwortung“ definiert. Ich glaube nicht daran, dass ich einen Mitarbeiter aktiv motivieren kann, wenn er nicht selbst den Antrieb besitzt, um überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen. Ich sehe meine Führungsaufgabe deshalb darin, dass ich zum Einen selbst vorlebe, was ich auch von meinen Mitarbeitern erwarte, und dass ich andererseits den Rahmen dafür schaffe, dass jeder unsere gemeinsamen Ziele kennt und weiß, welchen Beitrag er zu ihrer Erreichung leisten kann. Weil die Welt nicht nur außerhalb sondern auch innerhalb unseres Unternehmens immer komplexer wird, versuche ich, jedem einzelnen Mitarbeiter das Gefühl zu geben, dass seine individuelle Arbeit wichtig ist und dass er Freiräume besitzt, innerhalb derer er sich bewegen darf, aber auch muss. Dabei sind Fehler ausdrücklich erlaubt, wenngleich wir diese natürlich möglichst gering halten wollen. Außerdem ermuntere ich immer wieder dazu, Sachverhalte kontrovers zu diskutieren, denn nur wenn wir bereit sind, auch einmal im Sinne der Sache miteinander zu streiten, können wir die unterschiedlichen Potentiale, die jedes Teammitglied hat, auch wirklich gewinnbringend für alle nutzen. Redaktion: Das waren für uns alle wirklich interessante und inspirierende Aussagen, vielen Dank die Herren! Reifenschutzketten
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